Camping in den Drakensbergen stand bei uns ganz oben auf der Liste, seit wir in Südafrika leben. Zu Weihnachten hatten wir endlich die Zeit dafür: dreizehn Tage, drei Campingplätze, unser Tuff Cats Mbada 2 im Schlepptau und die Erwartung, zwischen den höchsten Bergen des südlichen Afrikas ein paar ruhige Feiertage zu verbringen. Was wir nicht auf dem Zettel hatten: Der südafrikanische Hochsommer ist Regenzeit. Und die meint es ernst.

Camping in den Drakensbergen, Teil 1 – Royal Natal: die Wiese am Mahai
Am 21. Dezember ging es mittags in Pretoria los. Ziel war der Royal Natal Nationalpark im nördlichen Drakensberg und dort der Mahai Campsite – 386 Kilometer und knapp fünf Stunden Fahrt mit dem Trailer am Haken.
Gebucht haben wir über die Seite von Ezemvelo KZN Wildlife, der Naturschutzbehörde von KwaZulu-Natal. Das ist ehrlich gesagt umständlich und endet regelmäßig in einer Hotline – plant dafür Zeit ein und bucht früh, denn über Weihnachten ist Hochsaison. Bezahlt haben wir 540 Rand pro Nacht für uns drei, macht für sechs Nächte 3.240 Rand oder rund 180 Euro. Umgerechnet also etwa 30 Euro pro Nacht – für diese Lage ein fairer Preis. Dazu kommt die Eintrittsgebühr in den Park, die pro Person und Tag separat berechnet wird.
Mit dem Trailer waren wir bis dahin vor allem im Busch unterwegs – zuletzt beim ersten Wochenende im Lefokeng Bushcamp. Safari-Camping können wir also inzwischen. Was uns fehlte, waren die Berge: richtig wandern, Höhenmeter machen, abends müde am Feuer sitzen. Genau dafür sind wir hierhergefahren.
Der Mahai Campsite ist auf bis zu 400 Camper ausgelegt und hat gut achtzig Stellplätze, etwa die Hälfte davon mit Strom. Es gibt mehrere Sanitärhäuser mit warmem und kaltem Wasser sowie einen gemeinsamen Waschbereich. Das Herzstück ist aber schlicht eine große Grasfläche, auf der man ziemlich frei steht, mit den Bergen als Kulisse dahinter: dem Plowman’s Kop und dem Dooley.
Kinderfreundlicher geht es kaum. Überall spielen Kinder Ball auf der Wiese oder fahren Fahrrad, Leon hatte innerhalb einer Stunde Anschluss. Und man ist nie ganz allein: Antilopen ziehen in aller Ruhe über den Platz, und irgendwann tauchen die Affen auf – die dann von den Mitarbeitern wieder vertrieben werden, bevor sie sich am Essen bedienen.




Am 22. Dezember sind wir zum ersten Mal richtig los, auf die Runde zum Lookout Rock und zu den Tiger Falls. Der Aussichtsfels liegt gut einen Kilometer westlich des Campingplatzes, der Wasserfall noch einmal gut einen halben Kilometer weiter südlich. Zusammen sind das sechs bis sieben Kilometer und rund 300 Höhenmeter, zu schaffen in zweieinhalb bis drei Stunden. Der Aufstieg zum Felsen ist kurz, aber ordentlich steil, und die Tiger Falls sind kein donnernder Wasserfall, sondern ein schmaler Schleier über die Felswand – ruhig und hübsch. Ein guter Einstieg, um die Beine an die Höhe zu gewöhnen und Leon ans Tempo.



Tag 3 – Die Tugela Gorge: schön, lang und knöcheltief
Der 23. Dezember war der Tag, auf den wir uns am meisten gefreut hatten – und der Tag, an dem wir das Amphitheater endlich vor uns hatten. Vom Campingplatz aus sieht man es nämlich nicht. Auf der Zufahrt zum Parkplatz an der Schlucht taucht es dann plötzlich auf, und von da an läuft man den ganzen Tag darauf zu.
Und dann steht man davor und relativiert alles, was man vorher für einen großen Berg gehalten hat. Das Amphitheater ist eine rund fünf Kilometer lange und tausend Meter hohe Felswand, links begrenzt vom Sentinel mit 3.165 Metern, rechts vom Eastern Buttress mit 3.047 Metern. Dazwischen stehen der Devil’s Tooth und der Inner Tower wie zwei abgebrochene Zähne im Himmel.
Vom Parkplatz aus führt der Weg durch die Tugela-Schlucht direkt darauf zu, und irgendwo an dieser Wand stürzen die Tugela Falls in fünf Kaskaden 948 Meter in die Tiefe. Das ist der zweithöchste Wasserfall der Welt – und unter Geografen läuft seit Jahren die Debatte, ob die Messungen an den Angel Falls in Venezuela nicht veraltet sind und die Tugela Falls in Wahrheit die höchsten überhaupt.
Und die Wanderung ist weit. Der Nationalpark selbst gibt die komplette Runde mit 22,5 Kilometern und fünfeinhalb Stunden an, bis zum Ende des Hauptwegs sind es elf Kilometer. Das ist ein ganzer Tag, kein Vormittagsausflug. Unterwegs kommt man am Policeman’s Helmet vorbei, einem Felsen, der hoch über dem Vemvaan-Tal thront.
Was uns zusätzlich zugesetzt hat, war der Schlamm. Der Weg war streckenweise eine einzige Pfützenlandschaft, und Leon mussten wir immer wieder hinübertragen. Am Ende kamen wir an einem Punkt an, der sich anfühlte wie das Ziel, aber keines war: Auf den letzten 1,6 Kilometern muss man den Fluss dreimal queren und durch den Tunnel, einen 55 bis 65 Meter langen Felsüberhang, durch den man entweder klettert – und dabei nass wird – oder den man über eine Kettenleiter umgeht. Es war bereits 13 Uhr, wir hatten den ganzen Rückweg noch vor uns, und die Entscheidung fiel uns trotzdem schwer.
Im Nachhinein war sie richtig, und zwar aus einem Grund, den man vorher kennen sollte: Bei Gewitter kann die Tugela sehr schnell ansteigen, und dann sitzt man hinter den Furten fest und kommt Stunden später zurück als geplant. Bei unserer Wetterlage war das keine theoretische Gefahr.
Der Rückweg war dann schlimmer als der Hinweg, weil die Pfützen von den vielen Wanderern über den Tag immer breiter getreten worden waren. Leon haben wir die halbe Strecke getragen. Abends waren wir alle drei platt.







Tag 4 – Heiligabend, und dann kam das Wasser
In der Nacht auf den 24. Dezember hat es in den Camper geregnet. Überhaupt hat es hier fast jeden Tag geregnet, meist in ein bis zwei Stunden sehr dichtem Schauer. Wer im südafrikanischen Sommer campen und wandern will, sollte das wissen: Es ist eindeutig nicht die beste Saison dafür.
Heiligabend haben wir deshalb zum Pausentag erklärt, und das war die richtige Entscheidung. Wir haben Familienfotos vor den Bergen gemacht, Geschenke ausgepackt, mit Leon Ukulele gespielt und sein Lego-Projekt aufgebaut. Ein sehr entspannter, sehr schöner Tag.
Und dann kam der Abend. Unser Weihnachtsessen ist buchstäblich ins Wasser gefallen: Das Regenwasser lief in kleinen Flüssen unter dem Camper durch, wir haben in Windeseile alles zusammengepackt und unser Weihnachtsessen dann eingezwängt zwischen den Betten am kleinen Tisch im Wohnwagen gegessen. Das hatten wir uns ehrlich gesagt anders vorgestellt.




Tag 5 und 6 – Cascades, Potjie und ein geklautes T-Shirt
Am 25. Dezember war das Wetter wieder auf unserer Seite. Also Wanderschuhe geschnürt und los zum Fairy Glen, einem kleinen Wasserfall hinter der Brücke gegenüber dem Besucherzentrum. In den Wanderführern steht er mit 1,6 Kilometern und zwanzig Minuten – das gilt aber ab dem Besucherzentrum. Wir sind vom Campingplatz aus gelaufen, und damit wird daraus eine richtige Wanderung mit tollen Ausblicken und ein paar Sprüngen über Wildbäche. Abends gab es Eintopf aus unserem südafrikanischen Potjie – dem gusseisernen Dreibeintopf, der hier über offenem Feuer steht und in dem alles stundenlang vor sich hin schmort.





Am 26. Dezember ging es zu den Cascades, einer Reihe von Naturbecken im Mahai-Fluss, 2,5 Kilometer über einfache Wege vom Campingplatz, also fünf Kilometer hin und zurück in gut einer Stunde. Das ist der beliebteste Badeplatz im Royal Natal, und entsprechend voll war es – hier pilgert halb Südafrika hoch. Baden ist trotzdem wirklich herrlich, und für Familien ist es der ideale Weg: kurz genug für kleine Beine, mit Belohnung am Ende.
Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Jemand hat Leons T-Shirt geklaut, während wir im Wasser waren. Er musste oben ohne zurücklaufen. Ärgerlich genug, aber ausgerechnet zu Weihnachten hat uns das schon getroffen.

Tag 7 bis 10 – Champagne Valley: Monks Cowl, Schlamm und Schokolade
Am 27. Dezember sind wir weitergefahren ins nächste Tal. Vorher stand noch ein Großeinkauf an, und den haben wir im Shoprite in Bergville erledigt. Der Ortsname klang nach hübschem Städtchen, tatsächlich ist Bergville staubig, eng und sehr voll, und wir waren mit Auto und Trailer ziemlich sicher das auffälligste Gespann weit und breit. Passiert ist nichts, aber wir haben uns nicht wohlgefühlt, zügig eingekauft und sind zügig weitergefahren.
Im Rückblick sagt dieses Unbehagen vermutlich mehr über uns aus als über Bergville. Zur Ehrlichkeit gehört es trotzdem: Das selbstverständliche Sicherheitsgefühl, mit dem man in Europa durch eine fremde Kleinstadt spaziert, haben wir hier nach über einem Jahr immer noch nicht. Wer mit dem Camper durch Südafrika reist, sollte das einkalkulieren – nicht als Warnung, sondern als Teil dessen, was diese Reisen anders macht.
Danach haben wir am Flugplatz El Mirador an der R600 haltgemacht. Dort gibt es nicht nur Flugzeuge und Hubschrauber, sondern auch das Champagne Bistro Café, die Drakensberg Brewery und eine Chocolate Bar. Im Bistro haben wir zu Mittag gegessen und im angeschlossenen Laden Käse gekauft – ein Stopp, den wir an diesem Urlaub noch mehrmals gebrauchen konnten, wenn auch aus weniger schönen Gründen.
Weiter ging es zum Campingplatz Monks Cowl, der am Kopf des Champagne Valley im zentralen Drakensberg liegt, umringt von Champagne Castle, Cathkin Peak, dem namensgebenden Monk’s Cowl, dem Sterkhorn und dem Amphlett. Der Platz gehört zum Maloti-Drakensberg-Park, einem 260.000 Hektar großen UNESCO-Weltnaturerbe.
Hier wollten wir eine ganze Woche bleiben und wandern. Der Platz selbst ist allerdings ziemlich basic – 38 Stellplätze, ein Drittel davon mit Strom, dazu Sanitärhäuser mit heißen Duschen und, was uns später noch retten sollte, Badewannen. Gebucht wird wie in Royal Natal über Ezemvelo KZN Wildlife, mit demselben Hotline-Aufwand. Bezahlt haben wir hier 390 Rand pro Nacht, insgesamt 1.950 Rand oder rund 108 Euro – also gut 150 Rand weniger pro Nacht als in Mahai. Der Preisunterschied ist berechtigt: Monks Cowl ist der einfachere Platz von beiden. Gebucht hatten wir übrigens fünf Nächte – geblieben sind wir vier. Die fünfte haben wir bezahlt und nicht genutzt, weil wir am Silvestermorgen die Reißleine gezogen haben. So viel vorweg. Und er war von Anfang an sehr schlammig. Langsam reichte es uns wirklich mit dem Schlamm. Gerade so haben wir einen halbwegs trockenen und nicht zu schiefen Platz gefunden. Dafür waren die Campingnachbarn nett – Matthias hat sogar eine Cap geschenkt bekommen.












Am 28. Dezember war es morgens wieder wolkenverhangen und düster. Statt am nassen Platz zu sitzen sind wir zum Frühstücken ins Mac’s Café an der R600 gefahren und danach weiter zum Falcon Ridge Bird of Prey Centre, zehn Minuten aus dem Tal hinaus. Die Flugschau dort war großartig: Geier und alle möglichen Adler, die vor der Kulisse der Berge fliegen, dazu eine gute Einführung in die Falknerei.
Mittags war das Wetter besser, und wir haben es doch noch geschafft: hinein in die Berge zu den Nandi’s Falls. Rund acht Kilometer und gut 330 Höhenmeter, für die man je nach Tempo zweieinhalb bis vier Stunden braucht. Der Weg ist technisch einfach, aber in der Mittagshitze zieht er sich, und unterwegs liegen mehrere Felsbecken, in denen man sich abkühlen kann – was wir ausgiebig getan haben. Der Blick geht dabei fast den gesamten Weg über hinauf zum Cathkin Peak.
Auf diesem Weg wurde uns endgültig klar, warum das hier Weltnaturerbe ist. Diese Berge sind unglaublich schön. Leon hat auf dem Rückweg etwas gebockt, also wurde wieder getragen.






Tag 9 und 10 – Wenn das Wetter die Regie übernimmt
Die Nacht auf den 29. Dezember war wieder eine durchgeregnete. Morgens war der Campingplatz so kalt und nass, dass uns nur eines einfiel: ins Auto und weg. Wir sind eine halbe Stunde das Tal hinunter zur Valley Bakery in Cathkin Park gefahren, um irgendwo zu frühstücken, wo die Sonne scheint.
Weil wir ohnehin schon unterwegs waren, sind wir anschließend noch ein Stück weiter zum Thokozisa, einem kleinen Zentrum an der R600 mit Souvenirläden, Deli und Restaurant unter Reetdächern. Dort sind wir zwischen Kunsthandwerk, Wein und Wanderschuhen herumflaniert und haben am Ende ein Patchwork-Kissen aus Rindsleder gekauft. Verzweiflung pur. Der Name Thokozisa heißt auf Zulu übrigens „das glückliche Zusammentreffen der Wege“ – an diesem Vormittag fanden wir das ausgesprochen passend.
Zurück am Platz: wieder Regen. Also sind wir mittags erneut geflüchtet, zurück zum Flugplatz, diesmal auf ein paar Biere in der Drakensberg Brewery und anschließend zum Schokofondue in die Chocolate Bar. Damit hatten wir allerdings sämtliche Läden im Tal durch, und uns gingen langsam die Ideen aus, was man hier bei schlechtem Wetter sonst noch machen könnte. Als wir nachmittags zurückkamen, schien dann tatsächlich die Sonne, und wir konnten den Campingplatz endlich genießen.
So ehrlich muss man sein: Auf Dauer ist dieses Wetter anstrengend. Nicht der einzelne Regenschauer, sondern die Unplanbarkeit – dass man morgens nie weiß, ob der Tag etwas wird.



Der 30. Dezember begann wie so oft: nicht am Platz, sondern noch einmal beim Frühstück im Mac’s Café. Überhaupt haben wir am Monks Cowl gefühlt kein einziges Mal am Stellplatz gefrühstückt – morgens war es dort fast immer nass, kalt und wolkenverhangen. Wer hier im Sommer steht, sollte einplanen, dass der Tag oft erst im Auto beginnt.
Danach haben wir einen letzten Wanderversuch gestartet: hinauf über die Crystal Falls zur Sphinx und weiter auf den Verkykers Kop. Die Sphinx ist ein Fels, der tatsächlich aussieht wie sein ägyptisches Vorbild, und liegt 2,4 Kilometer und gut 300 Höhenmeter über dem Ausgangspunkt. Der Verkykers Kop kommt kurz vor dem Breakfast Stream dazu, ein kurzer steiler Abstecher von noch einmal rund vierzig Höhenmetern – der Name ist Afrikaans und heißt sinngemäß Fernglas-Kuppe, was ziemlich genau beschreibt, wofür man da hochgeht.
Matthias hatte schon wenig Lust, Leon war schwer zu motivieren, und ehrlich gesagt brauchte es an diesem Tag von allen dreien etwas Überwindung. Oben angekommen lüfteten sich dann aber die Wolken, und wir standen vor den Gipfeln – ich glaube, es waren Cathkin Peak und Monk’s Cowl. Ein grandioser Anblick, für den sich jeder Höhenmeter gelohnt hat.
So instabiles Wetter braucht allerdings viel Motivation und harte Nerven. Auf dem Rückweg sind wir einem Platzregen nur laufend und mit Leon auf dem Arm entkommen. Danach war Schluss: ab in die Badewanne am Campingplatz. Und weil das Wetter hier offenbar Humor hat, kam anschließend die Sonne heraus, und wir haben sie hinter den Bergen untergehen sehen.
An diesem Abend habe ich beschlossen, dass wir eine Campingpause brauchen, und spontan ein Hotel für Silvester gebucht (Sonja).




Tag 11 – Silvester im Little Switzerland
Der 31. Dezember begann mit Sonne. Auf matschige Wanderwege hatten wir trotzdem keine Lust mehr – sämtliche Schuhe und Wanderhosen waren dreckig. Stattdessen ging es zehn Minuten weiter, direkt neben Falcon Ridge, zum Dragon Rock Reptile Centre. Der Besitzer hat uns persönlich über sein ziemlich verrücktes Gelände geführt und seine Sammlung gezeigt: Spinnen, Schlangen, Krokodile und Insekten. Wir durften sogar Vogelspinnen und große Schlangen halten. Für Leon war das der Höhepunkt der ganzen Reise.
Danach haben wir den Camper gepackt und sind endlich raus aus den Regenbergen, zurück Richtung Norden zum Resorthotel Little Switzerland – eine Nacht früher als gebucht, die letzte Monks-Cowl-Nacht war bezahlt und blieb ungenutzt. Ich hatte uns dort eine Art Bungalowzimmer mit Strohdach gebucht. Die Anlage ist weitläufig und gepflegt, das Zimmer war trocken, und wir waren einfach nur glücklich. Wir haben ausgiebig warm gebadet, auf der Terrasse kamen Pfauen vorbei, und an der Bar gab es Cocktails.
Billig war das nicht: 4.470 Rand, rund 248 Euro für die eine Nacht. Damit hat die Silvesternacht im Hotel mehr gekostet als unsere sechs Nächte im Mahai Campsite zusammen. Wir haben es trotzdem keine Sekunde bereut – nach zehn Tagen Dauerregen war ein trockenes Zimmer keine Verschwendung, sondern die beste Entscheidung der ganzen Reise.
Abends dann ein Buffet, alles bunt für Silvester dekoriert, dazu ein Alleinunterhalter, dessen Playback so schlecht war, dass es wieder komisch wurde. Insgesamt ein herrlich merkwürdiger Abend in diesem leicht angestaubten Hotel – und genau die Abwechslung, die wir gebraucht haben.






Tag 12 und 13 – Golden Gate: der versöhnliche Schluss
Nach einem großen Frühstücksbuffet am 1. Januar waren wir dann doch froh, das Hotel wieder zu verlassen. Es ging zur letzten Etappe, in den Golden Gate Highlands Nationalpark im Freistaat. Schon die Anfahrt ist grandios: Die Straße führt an leuchtend roten und gelben Sandsteinfelsen vorbei, denen der Park seinen Namen verdankt.
Wir haben genau an der schönsten Stelle Halt gemacht, am Campingplatz Glen Reenen. Der Golden Gate gehört zu SANParks, der nationalen Parkverwaltung, und auch hier war die Buchung eher mühsam. Bezahlt haben wir 820 Rand, rund 46 Euro für die Nacht. Bei SANParks kommt außerdem eine tägliche Naturschutzgebühr pro Person dazu, die für Ausländer deutlich höher ausfällt als für Einwohner – wer aus Europa anreist, sollte das einrechnen. Nachdem das Camp stand, sind wir noch einmal los, hinauf in die Echo Ravine. Von Glen Reenen starten mehrere Wege direkt am Platz, und dieser ist der schönste kurze: Nach etwa zwanzig Minuten steht man zwischen zwei Felswänden, die die Erosion zu einer regelrechten Kammer ausgewaschen hat – daher der Name. Zum Sonnenuntergang hatten wir von dort grandiose Ausblicke.









Am 2. Januar sind wir dann einen Tag früher abgereist als geplant. Irgendwie hatten wir genug vom Campen. Ich wäre gerne noch hier gewandert, aber meine beiden Männer hatten keine Lust mehr (Sonja).
Fazit: großartige Berge, falsche Jahreszeit
Die Drakensberge sind jeden Kilometer wert. Das Amphitheater, die Tugela Falls, die Gipfel über dem Champagne Valley – das ist Landschaft in einer Größenordnung, die man einmal gesehen haben muss. Und Camping in den Drakensbergen bringt einen so nah heran, wie es sonst nicht geht: Man steigt morgens aus dem Camper und steht darin.
Unsere wichtigste Erkenntnis ist trotzdem eine andere, und sie ist unbequem: Der südafrikanische Hochsommer ist die falsche Jahreszeit dafür. Fast täglicher Regen, dauerhaft matschige Wege, nasse Schuhe und ein Campingplatz, der nie richtig abtrocknet – das zehrt über dreizehn Tage. Nächstes Mal fahren wir im Winter, auch wenn es dann nachts richtig kalt wird.
Was wir außerdem mitnehmen: Ein Pausentag zwischendurch ist kein verlorener Tag, sondern rettet die Stimmung. Nach den Wochenenden im Busch war das unsere erste lange Tour mit dem Trailer, und dreizehn Tage sind eben etwas anderes als zwei. Und ein trockenes Hotelzimmer nach zehn Tagen Regen ist kein Luxus, sondern eine hervorragende Investition.

Wart ihr schon einmal in den Drakensbergen unterwegs, und wenn ja, zu welcher Jahreszeit? Wie geht ihr mit Dauerregen im Camper um – aussitzen oder umplanen? Schreibt es in die Kommentare, wir freuen uns.
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Dankeschön und Happy Camping,
Sonja & Matthias


