Camping in Clarens stand seit Weihnachten auf unserer Liste. Bei unserem Weihnachtsurlaub in den Drakensbergen hatten wir nur einen einzigen Tag im Golden Gate Highlands Nationalpark, dann hat uns der Regen vertrieben. Den Park und vor allem das Städtchen Clarens gleich daneben wollten wir uns deshalb unbedingt noch einmal in Ruhe ansehen. Über Ostern hat es endlich geklappt: vier Nächte mit unserem Tuff Cats Mbada 2, diesmal bei herrlichem Spätsommerwetter. Wir erzählen euch von einem Campingplatz, der für uns perfekt war, einer Wanderung über Clarens, einer Klamm, die wir so nicht erwartet hatten, und einem Osterhasen, der gleich zweimal kam.

Tag 1 – Anfahrt und Stoppenbly Camping in Clarens

Am 2. April haben wir den Camper vor unserer Palme gepackt und sind losgefahren: rund vier Stunden über die Autobahn und danach eine schnurgerade Landstraße nach Süden, den Drakensbergen entgegen.

Übernachtet haben wir auf dem Stoppenbly Camping bei Clarens, und der war für uns schlicht perfekt. Eine saftig grüne Wiese, große Bäume und fast freie Sicht auf die rot-gelben Sandsteinfelsen. Es war wenig los, und der Eigentümer hat uns persönlich begrüßt. Gebucht haben wir, wie er es am liebsten mag, direkt bei ihm per WhatsApp.

Der Preis ist unschlagbar: 150 Rand pro Person und Nacht, Kinder unter zehn Jahren übernachten kostenlos. Für uns zwei Erwachsene und Leon waren das für vier Nächte 1.200 Rand, rund 67 Euro – also knapp 17 Euro pro Nacht. Bezahlen kann man bar, mit Karte oder per Überweisung. Am Stellplatz gibt es Strom, und nur zehn Meter entfernt stehen sehr saubere Sanitärhäuser, sogar mit Badewanne für Leon. Der Platz liegt an der Straße nach Fouriesbourg, rund 20 Minuten von Clarens und 30 Minuten von Fouriesbourg entfernt.

Am ersten Abend gab es dann alles, was wir uns gewünscht hatten: Feuer, Rinderfilet und einen wunderschönen Sternenhimmel.

Tag 2 – Karfreitag: der Osterhase und eine Wanderung über Clarens

Unser Osterhase kam bereits am Karfreitag vorbei. Die Geschenke haben wir in Rationen über die Ostertage verteilt, und Leon war begeistert.

Nach der Morgensonne am Platz sind wir ins kleine Bergstädtchen Clarens gefahren. Wir haben am Stadtplatz geparkt, dort eine Wanderkarte und ein Wanderpermit gekauft und sind direkt losgelaufen. Die Berge hinter Clarens sind mit kleinen Wanderwegen der Clarens Village Conservancy erschlossen. Das Permit kostet laut Conservancy 40 Rand für Erwachsene und 20 Rand für Kinder und gilt eine Woche lang.

Wir haben drei Wege kombiniert. Zuerst den Mallen Walk, einen einfachen Pfad am Hang oberhalb des Bachs, dann den Clarens Mountain Trail hinauf, mit grandiosen Ausblicken über den Ort und das Tal. Unterwegs gab es zur Stärkung einen Schokoosterhasen. Über die windige Bergkuppe ging es zurück auf den Spruit Walk, der an einem Gebirgsbach entlangführt, an spektakulären Wasserfällen vorbei und an wunderschönen großen Bäumen entlang. Laut Conservancy sind die drei Wege zusammen gut sieben Kilometer lang (1,1 km, 3,4 km und 2,5 km). Nach etwa zwei bis drei Stunden waren wir wieder in Clarens.

Zum späten Mittagessen sind wir in der Clarens Brewery am Stadtplatz eingekehrt, mit den typischen kleinen Probiergläschen Bier und Cider – genau das Richtige nach einer Wanderung. Den späten Nachmittag haben wir in der Sonne auf unserer Wiese verbracht und die Aussicht genossen. Abends warteten wieder Sterne und ein Lagerfeuer.

Tag 3 – Karsamstag: Frühstück in Fouriesbourg und die Klamm im Meiringskloof

Am Samstag sind wir Richtung Fouriesbourg gefahren. Die Straße führt an so schönen Sandsteinfelsen vorbei, dass wir uns kurz wie in den USA gefühlt haben. Fouriesbourg liegt übrigens direkt am Grenzübergang Caledonspoort, über den wir später zum Skifahren nach Lesotho gefahren sind.

In Fouriesbourg haben wir ein kleines Frühstückslokal mit einem schönen Garten entdeckt, das Thyme Restaurant & Cafe, samt Hund namens Pesto. Dort gab es erst einmal ein tolles Osterfrühstück. Seitdem ist das unser liebster Frühstücksladen in Fouriesbourg.

Danach ging es zu einer bekannten Klamm, die direkt hinter Fouriesbourg beginnt: dem Meiringskloof Nature Park. Das Gelände ist Privatgrund und hat auch einen eigenen Campingplatz. Der war allerdings ausgebucht, deshalb sind wir überhaupt erst beim Stoppenbly gelandet. An der Rezeption haben wir Eintritt bezahlt, laut Park 30 Rand für Erwachsene und 20 Rand für Kinder. Eine nette ältere Dame, vermutlich die Besitzerin, hat uns die Wanderwege erklärt. Das Gelände ist von einem ganzen Netz markierter Wege durchzogen, und wir haben uns daraus eine große Runde zusammengestellt: über die Spruitroete und den Sunset Trail an den Felswänden entlang bis zur Chain Ladder, hinauf zum Fouriesburg Dam und weiter zu den Water Tunnels. Zurück ging es über die Kruinroete und den Aussichtsweg Castle View bis zur Rezeption.

Auf der Spruitroete ging es zuerst über viele Treppen und kleine Bäche hinunter in die Klamm und durch den Wald wieder hinauf, an beeindruckenden überhängenden Felswänden entlang. Später führte der Weg beinahe in eine Sackgasse. Weiter kam nur, wer bereit war, mehrfach die Schuhe auszuziehen und durch hüfttiefes Wasser zu waten. Am anderen Ufer ging es rund zehn Meter über vermooste Felsen hinauf und danach noch über die Chain Ladder, eine Kettenleiter, und plötzlich standen wir oben auf einer steinigen Hochebene, auf der uns langsam 4×4-Geländewagen auf dem Weg zu einem Damm entgegenkamen. Verrückte Gegend.

Wir sind die Hochebene entlanggewandert bis zu einem Steinmännchen. Von dort führt ein steiler Pfad wieder hinunter in die Klamm. Schuhe wieder aus, und dann sind wir dem kristallklaren Wasser in enge Felsschluchten gefolgt. Das sind die Water Tunnels, die das Wasser am Zufluss des Damms in den Fels gewaschen hat, und für mich (Sonja) ein absoluter Kraftort: die Füße im kalten Wasser, um uns herum vom Wasser geformte Felsen, und oben fällt die Sonne nur durch einen schmalen Spalt und malt Licht auf die Wände. Von dort gehen mehrere Wege ab, einer zu tollen Wasserfällen, einer zu einer Gumpe, in der wir kurz baden waren. So viel Schönheit hatten wir am Ende dieser Wanderung, nach der schiefen Hochebene, wirklich nicht erwartet. Allein für die Water Tunnels gibt der Park hin und zurück rund sieben Kilometer und zwei bis drei Stunden an.

Den Abend haben wir wieder am Campingplatz ausklingen lassen.

Tag 4 – Ostersonntag: Ostereier, Tiger und Faulenzen am Camp

Am Ostersonntag war der Osterhase schon wieder da. Nach einem Schokofrühstück und der Ostereiersuche haben wir beschlossen, heute möglichst wenig zu tun. Also ging es noch einmal zum Frühstück ins Thyme nach Fouriesbourg und danach auf eine kleine Autofahrt zu einer privaten Wildtierzucht, der Cheetau Lodge, an der einsamen Straße zwischen Fouriesbourg und der Autobahn.

So etwas gibt es in Südafrika häufiger. Die Eigentümerin hält auf ihrem großen Grundstück Tiger, Leoparden, Löwen und noch einige andere Wildkatzen. Sie hat uns an den Gehegen entlanggeführt, und wir durften Fragen stellen. Ehrlich gesagt war uns das schon ein bisschen komisch. Aber die Tiger waren wunderschön.

Mittags waren wir zurück am Campingplatz und haben die Seele baumeln lassen: Ostergeschenke, Malkasten, Ukulele und Fangen spielen auf der Wiese.

Tag 5 – Ostermontag: zurück nach Pretoria

Am Montag ging es wieder zurück nach Hause nach Pretoria.

Fazit: Camping in Clarens über Ostern

Clarens hat uns die zweite Chance, die wir an Weihnachten verpasst hatten, mehr als zurückgegeben. Statt Dauerregen hatten wir Spätsommer, und statt Schlamm eine grüne Wiese mit Blick auf die Sandsteinfelsen. Der Stoppenbly Camping war für uns genau der richtige Platz: ruhig, persönlich und mit viel Wiese zum Spielen. Das Highlight war aber die Klamm im Meiringskloof. Wer dort hinwill, sollte Schuhe einplanen, die man oft aus- und wieder anzieht, und keine Angst vor nassen Hosen haben. Und wer im Meiringskloof selbst campen möchte, sollte früh buchen, denn über Ostern war dort alles voll.

Familienselfie auf der Heimfahrt

Wart ihr schon einmal in Clarens oder im Meiringskloof unterwegs? Und wo verbringt ihr Ostern am liebsten mit dem Camper? Schreibt es in die Kommentare, wir freuen uns.

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Dankeschön und Happy Camping,

Sonja & Matthias