Eine Safari im Dinokeng und danach drei Tage Wandern am Blyde River Canyon – mehr Kontrast passt kaum in eine Woche. Im August waren wir acht Tage mit unserem Tuff Cats Mbada 2 unterwegs, diesmal nicht allein, sondern zusammen mit einer befreundeten Familie, für die es die allererste Safari war. Erst ging es in den trockenen Busch nördlich von Pretoria, zu Elefanten, Nashörnern und Zebras direkt hinter dem Zaun des Campingplatzes. Danach viereinhalb Stunden nach Osten an die Panorama Route, zu Wolkenmeer, Felsschluchten und Wasserfällen. Wir erzählen euch, wo wir gecampt haben, was das alles gekostet hat und warum ausgerechnet ein Elefant unsere erste Nacht beendet hat.

Tag 1 – Safari im Dinokeng: Ankunft in der Bushbabies Lodge
Am 16. August ging es los, mit zwei Autos und unserem Trailer am Haken. Vierzig Minuten Autobahn, dann ein Stück Landstraße und schon standen wir am Tau Gate des Dinokeng Game Reserve. Dinokeng ist das Safarigebiet, das Pretoria am nächsten liegt: In gut einer Stunde waren wir von zu Hause mitten im Busch. Hinter dem Gate wird der Teer zu roten Sandpisten, und trockene Buschbäume säumen den Weg. Unsere Freunde waren sofort begeistert, denn gleich am Wegesrand standen die ersten Nyalas und Elenantilopen, die größten Antilopen Afrikas.
Zur Anfahrt: Allrad braucht man nicht, ein Auto mit etwas Bodenfreiheit ist aber gut. Vor allem die Wagendrift Road kann sehr ausgewaschen sein – im letzten Jahr war sie eine wirklich schlimme Buckelpiste.
Übernachtet haben wir in unserem Lieblingscamp, der Bushbabies Lodge, die mitten im Reservat liegt. Ich habe direkt beim Eigentümer gebucht (Sonja) und so die besten Plätze bekommen: direkt am Wasserloch. Das ganze Camp ist rundum mit einem Elektrozaun gesichert – so trennen einen nur ein paar stromführende Drähte von den Tieren, und man kann vom Campingstuhl aus beobachten, wer zum Trinken kommt.
Wir hatten den Premium-Stellplatz für Trailer, mit eigenem Freiluftbad und eigener Outdoor-Küche unter einem Dach. Unsere Freunde hatten gleich daneben die Premium-Tented-Campsite, also ein fest aufgebautes Safarizelt mit Küche und ebenfalls privatem Freiluftbad. Strom und Wasser sind inklusive. Eine Entsorgungsstation für Grauwasser braucht man mit unserem Trailer übrigens nicht: Er hat keine Dusche mit Abfluss, wir nutzen immer die Sanitäranlagen am Platz. Bezahlt haben wir rund 50 Euro pro Familie und Nacht, für drei Nächte also etwa 150 Euro.
Die Jungs sind direkt auf den Spielplatz gesaust, der praktischerweise gleich hinter unseren Stellplätzen liegt. Dazu gibt es zwei Pools, im August allerdings noch sehr kühl. Bei rund 27 Grad am Tag war die Abkühlung aber genau richtig. August ist hier Winter und Trockenzeit: tagsüber warm und sonnig, der Busch ausgedörrt und gelbrot.
Bei Bananenbrot und Kaffee zogen die ersten Zebras hinter dem Zaun vorbei. Abends gab es Braai, also das südafrikanische Grillen über offenem Feuer, mit einem guten Rinderfilet. Und dann diese Ruhe: Im Busch hört man fast nichts außer Vogelrufen und ab und zu ein Knacken im Gebüsch.







Nacht 1 – ein Elefant auf dem Campingplatz
Um halb eins in der Nacht wurden wir geweckt: Ein Elefant war im Campingplatz!
Und tatsächlich: Wir sahen gerade noch einen riesigen Elefantenbullen zügig in der Dunkelheit verschwinden. Die Campingnachbarn leuchteten mit Taschenlampen auf den Zaun, und ein Rangerfahrzeug war schon da. Drei Stellplätze weiter südlich war der große Elektrozaun um gut 45 Grad nach außen verbogen. Die Ranger kannten den Täter: den „naughty one“, einen Bullen, der im Park gerne Dinge kaputt macht. Vermutlich hatten ihn die Essensvorräte auf dem Platz angelockt. Am Stellplatz an der Einbruchstelle haben wir später noch Elefantenspuren und abgebrochene Äste gefunden. Er hatte den Zaun heruntergedrückt, war darübergestiegen, kurz auf den Platz gelaufen, hatte umgedreht und war wieder verschwunden, als das Rangerfahrzeug kam.
Ist das gefährlich? Die Ranger waren schnell da, und der Elefant hat umgedreht, sobald ihr Fahrzeug kam. Da ihn vermutlich die Essensvorräte angelockt haben, gilt für uns seitdem: nachts nichts Essbares draußen liegen lassen.


Tag 2 – Sunrise Game Drive mit 26 Elefanten und Nashörner am Wasserloch
Nach der Elefantennacht fiel das frühe Aufstehen niemandem schwer, wir waren alle noch aufgekratzt. Um 6:45 Uhr wurden wir mit einem klassischen offenen Safarifahrzeug direkt am Campingplatz abgeholt, zu unserem ersten Game Drive – einer geführten Pirschfahrt mit einem Ranger, der weiß, wo die Tiere gerade unterwegs sind.
Im Dinokeng lebt genau eine Elefantenherde, dazu ein paar einzelne Bullen (die nachts gerne auf Elektrozäunen herumtrampeln). Vom letzten Jahr wussten wir, dass die Herde früher nur im Nordteil des Parks unterwegs war, inzwischen aber im Süden steht, also in unserem Teil. Unser Guide hatte Tipps von anderen Rangern, und nach zehn Minuten schneller Fahrt über die staubigen Pisten sahen wir sie. Er kannte die Wege so gut, dass er genau den Punkt ansteuern konnte, an dem die Herde die Straße kreuzen würde.
Und dann ging die gesamte Herde zehn Meter vor uns über die Piste: 26 Tiere, darunter zwei Jungtiere und ein ganz kleiner Elefant, nach Auskunft des Guides erst zwei Wochen alt. Die Herde war völlig entspannt. Wir machten den Motor aus und durften einfach staunen. Einer der Elefanten lief direkt seitlich an uns vorbei und schaute uns an. Das ist schwer in Worte zu fassen, aber einem Elefanten in die Augen zu sehen, während er mit dieser großen Ruhe an einem vorbeizieht, vergisst man nicht.
Dazu gehörte noch der klassische Kaffee-und-Keks-Stopp mitten im Busch. Unseren Freunden haben wir gesagt, dass sie bei ihrer ersten Safari unverschämtes Glück hatten.






Den Rest des Tages haben wir am Campingplatz verbracht: Sandwiches, Pool, und die Erwachsenen haben abwechselnd Schlaf nachgeholt. Am Wasserloch kam zweimal die Zebraherde vorbei. Und dann standen aus dem Nichts zwei Nashörner am Wasserloch. Alle standen am Zaun und fotografierten, ich habe versucht, sie mit dem Bleistift zu zeichnen (Sonja). Die beiden hatten Zeit und haben uns gut eine halbe Stunde lang beobachtet. Manchmal fragt man sich, wer hier eigentlich wen anschaut.
Abends ging es ins Slide Restaurant, das zur Lodge gehört und eine große Rutsche hat. Wir waren die einzigen Gäste. Bei Cocktails und Kudu-Burgern kamen die Nashörner noch einmal vorbei und legten sich direkt vor dem Restaurant in den warmen Sand, während die Sonne unterging. Damit hatten wir an einem Tag drei der Big Five gesehen – und alle gingen früh ins Bett.






Tag 3 – Mongena, Arlington Brewery und Self-Drive in den Sonnenuntergang
Am dritten Tag ging es zur Mongena Lodge, einem privaten Game Reserve innerhalb des Dinokeng. Wir hatten dort einen Game Drive gebucht, weil man so auf das Gelände der Lodge kommt, das man sonst weder auf eigene Faust noch mit anderen Anbietern befahren darf.
Ehrlich gesagt war diese Safari eher durchwachsen: etwas langatmig, weil wir lange Zeit kein einziges Tier gesehen haben und ziemlich wild durch den Busch gekurvt sind. Dann gab es aber doch noch Highlights: mehrere Flusspferde im See, die mit den Köpfen auftauchten und vor sich hin schnappten, dazu Giraffen, Zebras, Kudus und Impalas. Verglichen mit dem Sunrise Game Drive vom Vortag war das für uns aber der schwächere der beiden.
Mittags waren wir in der Arlington Brewery und haben uns eine Biltong-Pepperoni-Pizza und die üblichen Tasting-Bretter mit Bier, Cider, Rum und Gin Tonic schmecken lassen. Nachmittags dann Pool, und die Jungs haben Freundschaft mit den vier Kindern der Campingnachbarn geschlossen.
Und plötzlich stand eine Giraffe an unserem Wasserloch und schaute mich an (Sonja). Ich habe sofort alle aus dem Pool geholt, kurz darauf kamen noch Zebras dazu.
Um halb fünf haben wir uns trotzdem losgeeist, mit unseren Freunden zum Self-Drive – also mit dem eigenen Auto auf den Pisten des Reservats auf Pirsch, ohne Guide. Mir gefällt das sehr (Sonja): Es ist entspannter als im Safarifahrzeug, das Wegefinden macht Spaß, und man kann anhalten, wo man will, und in Ruhe fotografieren. Diesmal haben wir sogar einen Schakal gesehen, ein fuchsgroßes, wolfsähnliches Tier. Die heulen nachts rund um den Campingplatz. Und dann kam der unverstellte Sonnenuntergang über der Savanne. Nach anderthalb Stunden waren wir zurück und hätten problemlos noch länger herumkurven können.








Tag 4 – Bush Walk: drei Stunden zu Fuß durch den Busch
Um 6 Uhr standen wir wieder auf, gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang. Das Besondere daran: Erst färbt sich der Himmel rot, aber die Sonne kommt nicht sofort. Stattdessen taucht eine lange Dämmerung den ausgetrockneten Busch für zwanzig Minuten in dasselbe gelbe Licht wie den Himmel.
Dann ging es los zum Bush Walk. Das heißt: drei Stunden lang hinter einem älteren Guide mit Gewehr her durch den Busch, im Gänsemarsch, ohne zu reden, mal auf den Pisten, mal querfeldein durch die Sträucher. Das Gewehr hat er nur wegen der Büffel dabei, die laut ihm die gefährlichsten Tiere im Busch sind, weil sie unberechenbar reagieren. Für alle anderen Tiere, auch Löwen, weiß er genau, was zu tun ist, und er hat uns vorher kurz die Handzeichen und das richtige Verhalten erklärt.
Tatsächlich ist der Bush Walk eher eine Flora-und-Fauna-Führung als ein Abenteuer. Alle zehn Minuten bleibt der Guide stehen und erzählt etwas über Pflanzen, Termitenhügel und Spuren. Wir durften Kothaufen erraten und getrockneten Nashorndung in die Hand nehmen: Er ist federleicht. Nach zweieinhalb Stunden kamen dann doch noch Tiere: eine Giraffe, der wir uns zu Fuß nähern durften, eine Zebrafamilie, eine besondere Spinne und die Höhle eines Erdferkels. Am schönsten war, mit wie viel Begeisterung die beiden Guides ihren Busch zeigen – wie sehr sich Menschen über ein Erdferkelloch freuen können, ist schon ein Erlebnis für sich.
Der Guide hat erzählt, dass er in sechs Jahren und 600 Touren genau einmal gesehen hat, wie ein Löwe ein Zebra reißt. Die Menschheit sei von Naturdokus verwöhnt. Zu Fuß sieht man viel weniger Tiere als im Auto, aber für mich ist der Bush Walk trotzdem die schönste Art, den Busch kennenzulernen (Sonja).
Danach haben wir zusammengepackt und sind für eine Nacht nach Hause nach Pretoria gefahren: Wäsche waschen, roten Staub von Trailer und Auto spülen, einmal richtig baden. Dann ging es zur zweiten Etappe.




Was die Safari im Dinokeng gekostet hat
Für beide Familien zusammen, also vier Erwachsene und zwei Kinder, haben wir bezahlt:
- Eintritt ins Dinokeng Game Reserve: 88 Euro
- Sunrise Game Drive: 134 Euro
- Game Drive in der Mongena Lodge: 148 Euro
- Bush Walk: 81 Euro für drei Erwachsene, also rund 27 Euro pro Person
- Bushbabies Lodge: rund 50 Euro pro Familie und Nacht, inklusive Strom, Wasser und privatem Sanitär
Für uns drei kamen für drei Tage Safari inklusive Campingplatz also rund 360 Euro zusammen. Günstig ist das nicht. Für drei Tage, an denen Elefanten, Nashörner und Giraffen teilweise direkt am Stellplatz vorbeikamen, finden wir es aber fair.
Tag 5 – Über die N4 zum Panorama Rest Camp in Graskop
Am 20. August fuhren wir viereinhalb Stunden nach Osten Richtung Blyde River Canyon, über die N4 – in diese Richtung waren wir noch nie gefahren. Ein Hinweis für alle, die diese Strecke planen: Die N4 gilt nachts als Hotspot für sogenanntes Spiking. Dabei werden Nagelbänder auf die Fahrbahn gelegt, um Autos zum Anhalten zu bringen und auszurauben. Große Warnschilder weisen darauf hin. Tagsüber ist das kein Thema, aber nachts sollte man hier nicht fahren. Wir sind morgens losgefahren und hatten die Autobahn mittags schon hinter uns.
Danach geht es in Serpentinen hinauf in die Berge: erst staubige Hügel, dann Fichtenwälder und eine Vegetation, die uns fast an Deutschland erinnert hat. Südafrika hat sieben Klimazonen, und in viereinhalb Stunden Autofahrt merkt man das. Verkehr gab es übrigens kaum.
Um 14:30 Uhr waren wir am Panorama Chalets & Rest Camp in Graskop. Der Campingplatz liegt direkt an der Kante einer Schlucht und hat einen Infinity-Pool mit Blick in die Tiefe, leider unbeheizt. Wir schätzten das Wasser auf 17 bis 18 Grad. Dazu gibt es ein Restaurant und einen kleinen Laden. Unser Stellplatz lag direkt neben der Tented Campsite unserer Freunde.
Laut Website hat der Platz 20 Stellplätze, teils mit Gras, jeweils mit Stromanschluss (220 Volt), gebucht wird online. Laut aktueller Preisliste kostet ein Stellplatz für drei Personen 630 Rand pro Nacht, dazu kommt eine Stellplatzgebühr von 230 Rand – zusammen rund 48 Euro. Statt eines privaten Bads wie im Dinokeng gibt es hier ein normales Sanitärgebäude für alle, und das ist sehr einfach, mit uralten Kloschüsseln. Dafür hatten wir lustige Nachbarn: eine Reisegruppe französischer Teenager, die uns am letzten Tag ihre übrig gebliebenen Vorräte geschenkt hat.
Abends hat uns unser Gasgrill das Abendessen gerettet, denn der Braai-Grill am Stellplatz war komplett durchgerostet. Ein Backup dabeizuhaben lohnt sich. Auf den Grill kamen Straußensteaks, Rinderfilet und Hähnchen. Strauß war der Wunsch unserer Freunde: ein sehr dunkles Fleisch, nicht so zart wie Rinderfilet und etwas weniger aromatisch, aber gut essbar. Zum Nachtisch gab es warmen Schokopudding für alle.





Tag 6 – Panorama Route: God’s Window, Bourke’s Luck Potholes, Berlin Falls und Graskop Gorge Lift
Um halb acht bin ich vor dem Frühstück noch einmal zum Pool gegangen (Sonja). Unten in der Schlucht lag ein Wolkenmeer, das sich in der Sonne wie Wellen hob und senkte, und an der Kante ließen sich Vögel von der Thermik hochtragen und schossen wieder hinunter.
Nach dem Frühstück ging es auf die Panorama Route, eine Straße mit vielen Aussichtspunkten am Rand des Canyons. Erster Halt: God’s Window mit mehreren Aussichtspunkten in den Canyon. Nervig ist, dass hier jeder Aussichtspunkt Eintritt kostet und am Parkplatz Souvenirstände warten. Als Einwohner zahlt man deutlich weniger: Laut Tarifliste der Parkbehörde kostet God’s Window für Erwachsene 38 Rand für Einheimische und 84 Rand für internationale Gäste.
Richtig schön sind die Bourke’s Luck Potholes. Hier hat sich der Fluss mit seinen Strudeln tief in den Fels gegraben und eine Klamm mit vielen runden Becken geformt. Die heißen hier Potholes – dasselbe Wort wie für die Schlaglöcher in südafrikanischen Straßen. Leon ist begeistert über die Felsen geklettert und über das Wasser gesprungen. Eintritt laut Tarifliste: 83 Rand für Einheimische, 179 Rand für internationale Gäste. Auffällig waren die vielen Schulklassen in Schuluniform, die uns neugierig angeschaut haben. Mit nur ein oder zwei Lehrkräften für eine ganze Klasse an steilen Klammwänden ging es erstaunlich diszipliniert zu. Als unsere Jungs sich über ihre Brotzeit beschwerten, haben wir sie auf die Schulkinder verwiesen.
Auf dem Rückweg hielten wir an den Berlin Falls. Der Wasserfall ist ein Traum, aber auch hier wieder Eintritt – für nichts: Die Wanderwege waren gesperrt, Besuchertoiletten Fehlanzeige, nur Souvenirstände. Wir finden es schade, für Natur so abkassiert zu werden, wenn das Geld offensichtlich nicht in Wege oder Infrastruktur fließt.
Letzter Halt war der Graskop Gorge Lift direkt in Graskop. Schon der Zugang zum Gelände kostet Eintritt (laut Preisliste 30 Rand für Erwachsene, 20 Rand für Kinder), und der Lift selbst 205 Rand für Erwachsene und 140 Rand für Kinder. Für uns alle zusammen waren das rund 70 Euro, für die Berlin Falls und den Lift zusammen etwa 80 Euro. Der Lift ist das Geld aber wirklich wert: Er fährt laut Betreiber 51 Meter die Felswand hinunter in einen Regenwald. Unten tropft es von den Wänden, überall Lianen und Farne, und auf rund 500 Metern Rundweg geht es über Holzstege und Hängebrücken zu Wasserfällen, mit Infotafeln zu Pflanzen und Tieren. Nach einer halben Stunde Waldbaden waren wir alle sehr zufrieden.
Zurück am Platz sind wir noch in den eiskalten Pool gesprungen und haben danach Feuer gemacht.






Tag 7 – Leopard Trail im Blyde Canyon: eine Wanderung durch die Wasserfälle
Um 7:45 Uhr ging es los, Frühstück gab es bei Harry’s Pancakes in Graskop. Die Pancakes sind wirklich gut: Ich hatte einen mit Zimt-Zucker und Milktart-Füllung (Sonja), Leon einen mit Nutella. Danach fuhren wir 45 Minuten zum Blyde Canyon, A Forever Resort, ebenfalls an der Panorama Route.
Einfach loswandern ist in Südafrika nämlich gar nicht so leicht. Viele Wanderungen sind weder in Google Maps noch auf Komoot oder Outdooractive zu finden, und meistens gehören sie zu Hotels oder Campingplätzen – samt dem dazugehörigen Berg. Für uns als Alpenfans ist das gewöhnungsbedürftig, gefühlt sind die Alpen die freiesten Berge der Welt. Dass es beim Forever Resort gute Wanderwege gibt, hatte ich in den Google-Bewertungen gelesen (Sonja). Was genau uns erwartet und ob es mit Kindern machbar ist, wussten wir nicht. Vor Ort hieß es dann: Eintritt zahlen (für uns alle rund 30 Euro), drei Formulare ausfüllen, Schranke, Parkplatz. Auch das gehört hier dazu.
Gewandert sind wir den Leopard Trail, auf dem Rückweg kombiniert mit zwei weiteren markierten Wegen – insgesamt rund 7 Kilometer, etwa 500 Höhenmeter und vier bis fünf Stunden, auch weil wir über den Wasserfallweg zurückgegangen sind. Er beginnt mit einem grandiosen Blick auf die Three Rondavels, drei runde Felskuppen mitten im Canyon. Es wurde schnell warm, rund 25 Grad und sehr trocken – Winter nennt man das hier. Nach zwei Stunden waren wir alle verschwitzt und hatten noch nicht einmal die Hälfte geschafft.
Dann hörten wir ein lautes, bellendes Brüllen ganz in der Nähe und vermuteten einen großen Affen. Weil Affen längst nicht so harmlos sind, wie viele Touristen denken, haben wir sicherheitshalber jeder einen Stein in die Hand genommen. Fünfzig Meter weiter trafen wir ein Paar, das ebenfalls schon Steine in der Hand hielt. Passiert ist nichts.
Hinter der nächsten Ecke dann die Überraschung: eine Badestelle mit Wasserfall und kristallklarem Wasser, nur für uns. Klamotten aus und rein, nach einer heißen Wanderung gibt es nichts Schöneres. Kurz danach kam die nächste Gumpe. Für den Rückweg haben wir einen anderen markierten Weg genommen – und die Markierungen führten direkt durch die Wasserfälle und Naturbecken hindurch. So wurde daraus völlig unerwartet eine Wasserfallwanderung: über eine Stunde mit Klettereinlagen, Balancieren und nassen Schuhen, von einem Wasserfall zum nächsten. Am Ende waren die Wasserflaschen leer und die Kinder platt, aber sie waren unglaublich tapfer.
Unser Tipp: Für diese Runde reichlich Wasser einpacken, unsere Flaschen waren am Ende leer, und Schuhe tragen, die nass werden dürfen.




Zur Belohnung gab es auf dem Rückweg einen Stopp in einem urigen Restaurant am Flussufer. Wieder waren wir die einzigen Gäste, und das Personal hatte kaum etwas zu tun. Die Kinder bekamen Milchshakes, wir Bier und Cider, und wir haben Vetkoek probiert: in Fett ausgebackenes Brot, gefüllt mit Pulled Pork, dazu Pommes. Leichte Kost. Abends dann Pudding am Campingplatz und der letzte Sonnenuntergang über der Schlucht.


Am 23. August ging es zurück nach Pretoria – nach acht Tagen und gut 1.100 Kilometern.
Fazit: Busch und Canyon in einer Woche
Diese Kombination hat sich für uns richtig gelohnt. Drei Tage Safari im Dinokeng und drei Tage am Canyon sind so unterschiedlich, dass sich die Reise viel länger angefühlt hat als acht Tage. Und nach unserem verregneten Camping in den Drakensbergen über Weihnachten war das Wetter diesmal ein Traum: Der August ist Trockenzeit, jeden Tag Sonne, abends kalt und die Pools eisig.
Im Busch hat sich wieder gezeigt, dass es sich lohnt, direkt beim Campingplatz zu buchen: So haben wir in der Bushbabies Lodge die Plätze am Wasserloch bekommen, und von dort aus haben wir Nashörner, Giraffe und Zebras gesehen, ganz ohne Game Drive. Die geführten Fahrten lohnen sich vor allem, wenn der Guide weiß, wo die Elefanten gerade stehen. Am liebsten sind wir aber auf eigene Faust im Self-Drive unterwegs oder zu Fuß beim Bush Walk.
An der Panorama Route kostet fast jeder Aussichtspunkt Eintritt, deshalb lieber gezielt auswählen. God’s Window, die Bourke’s Luck Potholes und der Graskop Gorge Lift haben sich für uns gelohnt, die Berlin Falls eher nicht. Und zwei praktische Dinge für die Planung: Einen Gasgrill als Backup dabeihaben, falls der Braai-Grill am Platz kaputt ist, und auf der N4 nicht nachts fahren.
Wer mehr über Safari-Camping erfahren möchte, findet in unserem Bericht über das erste Busch-Camping im Lefokeng Bushcamp unsere ersten Erfahrungen, und im Vergleich der Offroad-Wohnwagen, warum wir uns für den Mbada 2 entschieden haben.

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Dankeschön und Happy Camping,
Sonja & Matthias


